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Erlebnisbericht zum 18. Wave-Gotik-Treffen

Leipzig - eine Stadt sieht Schwarz.

Erlebnisbericht zum 18. Wave-Gotik-TreffenJedes Jahr am Pfingswochenede findet von Freitags bis Montags in Leipzig das Wave-Gotik-Treffen statt. Dabei tummeln sich Tausende schwarz und nicht ganz so schwarz gekleideter Menschen in Leipzig um an verschiedenen Orten in der Stadt Konzerte (auch Klassik), Lesungen, Partys, eine Kunstausstellung, Szenegottesdienste, Friedhofsführung und sogar eine Oper zu besuchen.
Ein Erlebnis, dass man sich nicht entgehen lassen darf, wenn man sich den Musikrichtungen zugehörig fühlt. Deshalb waren Socke und ich auch dieses Jahr wieder dabei und hier ist nun zu lesen wie ich es erlebt habe.


Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.
Genaue Daten habe ich keine, da streiten sich die Geister drum. Mr. Green Man munkelt von 20.000 WGT Besuchern. Etwa die Hälfte campt auf dem Agra Gelände im Süden der Stadt, der Rest sorgt dafür das es in ganz Leipzig kein freies Hotelzimmer mehr gibt oder kommt anderweitig bei Freunden unter, sofern man nicht das Glück hat selbst in Leipzig zu wohnen. Socke und meine Wenigkeit haben Unterschlupf bei Feffimaus in der WG gefunden. Damit war es mein erstes WGT, auf dem ich nicht im Zelt geschlafen habe.
Damit kam ich auch gleich in den Genuss eines schwarzen Bändchens mit weißer Schrift. Besucher mit Obsorgekarte (camping) hatten mal wieder die schlechtere Farbkombination abbekommen. Diesmal aber immerhin grau mit weißer Schrift statt scheußlich bunter Farben. Die Anreise fand übrigens mit dem Zug statt, ein wenig einsam war das schon, da nur ein einziges anderes (englischsprachiges) schwarzes Pärchen mitreiste. Magdeburg ist halt noch Entwicklungsgebiet für diese Szene. Wink Aber ab Leipzig Hauptbahnhof konnte man sich wohlfühlen und sah sich unter Gleichgesinnten. Nachdem wir das Gepäck am Schlafplatz abgeladen hatten ging es also mit der Linie 11 zur Agra um die Karten durch ein Bändchen zu tauschen.
1. taktischer Fehler, wie sich herausstellt. Ich höre jemanden sagen, er habe sich sein Bändchen am Hauptbahnhof geholt, da wäre die Schlange sehr kurz gewesen. Nun gut, wir haben ja Zeit und es ist erst früher Nachmittag. Sozialistische Wartegemeinschaften ist man ja noch von früher gewöhnt. Silly Wir kommen mit einem Mann vor uns ins Gespräch, seine Anreise war wesentlich unbequemer. Per Flugzeug irgendwo aus NRW. In nietenbehangener Kluft, die obligatorischen Stiefel und im "normalen" Leben Motorradrocker oder so. Bei der Frage am Flughafen, ob er irgendwelche metallischen Gegenstände bei sich habe, schaute er die Frau nur komisch an. Sie schickte ihn dann grinsend zu einem Kollegen "Hier ist einer für dich zum überprüfen. Viel Spaß." In Leipzig angekommen wusste sein Hotel dann nichts von einer Reservierung ... Das konnte aber noch geregelt werden, da er die Buchungsbestätigungsmail noch übers Handy organisieren konnte.
Dann endlich sind wir dran, es gibt den Festivalzeitplan und ich kann mir einen Überblick verschaffen. Die Schlange hat derweil exponentielles Wachstum für eine tolle Sache befunden, aber das geht mich jetzt ja nichts mehr an.
Es sind wieder neue Veranstaltungsorte hinzugekommen, hier kurz die aktuelle Liste:
Agra, Alte Börse, Anker, Auerbachs Keller, Buschfunk, Cinestar, Club Basement, Darkflower, Distillery, Felsenkeller, FHL Club, Heidnisches Dorf, Insel, Johannisfriedhof, Kohlrabizirkus, Krystallpalast, Krypta, Kunstgeist, Moritzbastei, Museum der bildenden Künste, Oper, Peterskirche, Parkbühne, Schauspielhaus, Sixtina, Spiegelpalast, Südfriedhof, Sweat Club, Telegraph, Thomaskirche, Villa, Volkshaus, Volkspalast, Werk II und Zur Gruft.
Schnell wird ein Plan ausgearbeitet und es soll ins Werk II gehen. Also ab in die nächste Bahn, wir erwischen "bequeme" Stehplätze direkt an der Tür, umfallen nicht möglich, außer die Tür geht unerwartet auf. Am Zielort angekommen gibts erst mal das übliche Spiel. Man suche das Ende der Schlange und stelle sich an. ... Geschafft, wir sind drin. Erleben noch ein paar Lieder von Staubkind und ergattern dann bessere Plätze für Tyske Ludder. Die Show beginnt mit einem Video von youtube über Terroristen.
Das ganze Programm zielt hier sowieso darauf ab das alle Terroristen sind. Aha, naja ok. Was bleibt war der Eindruck "Wir haben sie live gesehen, einmal reicht dann auch." Harte elektronische Musik, kein Lied dabei gewesen was irgendwie hängen bleibt. Ich versuche mich zum Männer WC durchzuschlagen, bevor es zurück zur Agra geht. Auch da stehen die Frauen schon in Schlange an, seltsame Form der Gleichberechtigung. Ich werde angemault weshalb ich mich nicht anstelle. Also wenn ich schon nur ans Urinal will werd ich doch wenigstens vorbeitreten dürfen oder wird sich jetzt auch schon darum gerangelt? Mein Magen meldet sich auch, ich beruhige ihn mit einer Bratwurst.
Wieder auf der Agra entdecken wir ein Zelt vom Dom Sikara. Die haben sich also auch da aufgebaut und scheinbar die halbe Einrichtung mitgenommen. Ein späterer Besuch des Zeltes wird in die Tagesordnung aufgenommen. Aber jetzt erst mal zu Combichrist. Der Mann an der Einlasskontrolle hat heute seinen groben Tag. Mit der Zärtlichkeit von Kruppstahl wird man abgetastet und überprüft, ob anatomisch alles am rechten Fleck sitzt. Die Halle war gut gefüllt und die Band auch gut drauf. Ein Bühnentechniker rannte immer von einer Seite zur anderen um das schwungvoll umgeschmissene Mikro des Keyboarders wieder aufzustellen oder die Drumsticks des Schlagzeugers wieder in den Vorratsbehälter zu packen. So viele wie da allerdings drinne waren, hätte er gar nicht rumwerfen können. Aber wer gern sammelt soll sich halt nicht aufhalten lassen. Danach ging es dann auch ins Dom Sikara, da es schon recht kühl und zugig war ,wurde erst ruhig ein Becher Kirschtee geschlürft und in der zweiten Runde achtlos ein großzügiger Schluck heißer Schokolade genossen getrunken. Die Zunge hatte es danach hinter sich für den Rest des Wochenendes.
Als letzte Band für diesen Tag waren wir bei Projekt Pitchfork. Damit waren sie auch die einzigen denen es erlaubt war zu ihrer normalen Spielzeit noch eine Zugabe zu spielen. Also hängten Sie noch mal locker eine Stunde ran. Während des Konzerts bildete sich seitlich eine Teddyfront welche mit der Zeit von Anfangs 2 auf ca. 5 anwuchs. Ob das eine tiefere Bedeutung hatte ist mir allerdings nicht klar geworden.
Samstag wollte sich die Sonne nicht so wirklich zeigen und ich beschloss meinen Mantel mitzunehmen. Das erwies sich als gute Entscheidung, da wir bis zum Abend durchgehend unterwegs waren und es spätestens dann doch sehr kalt wurde. Da im Cinestar Krabat für WGT Besucher gezeigt wurde, entschlossen wir uns zur unchristlichen Zeit von 11:30 im Kino zu sein. Nach ein paar Fehlinformationen gelang es uns dann Karten abzuholen und einen guten Sitzplatz zu ergattern. Der Film war okay, weicht aber ziemlich stark von der Geschichte, welche in die Liedern von ASP erzählt wird ab. Ich finde im Film macht das alles keinen Sinn zum Ende hin und es geht viel zu schnell. Meditating Da im Abspann aber Musik von Polarkreis 18 läuft, war eh keine Zeit mehr darüber nachzudenken, weil ich ab dann einen schrecklichen Ohrwurm hatte, der sich nur unter schwerem Einsatz meines MP3 Players wieder vertreiben lies. Surprised Allerdings nicht restlos, er kam immer mal wieder zurück.
Es ist also quasi noch Mittag, was soll man da schon machen wenn die Konzerte noch auf sich warten lassen? Einkaufen ist eine gute Idee, ich suchte noch einen Hut also wurden (ergebnislos) ein paar Läden durchsucht. Unglaublich wie leicht man Verkäuferinnen erheitern kann, denn JA, der Hut muss schwarz sein.
Da wir schon mal im Zentrum waren und da so schnell nicht wieder hinkommen, haben wir die Gelegenheit genutzt und sind über den Mittelaltermarkt an der Moritzbastei geschlendert. Da hab ich mich dann auch entschlossen ein wenig Kuhhaut zu kaufen und sie mir um den Arm zu wickeln. Vorerst sponsored bei Socke, da ich selbst nicht ausreichend Taler dabei hatte.
Im Anschluss ging es wieder zur Agra, wo unweit entfernt das Heidnische Dorf Besucher anlockte. In Dreierreihe zog sich eine 50-100m lange Schlange dahin und bewegte sich kein Stück. War uns aber egal, als stolze Besitzer eines WGT-Armbändchens konnten Socke und ich direkt an der Menge vorbeilaufen. Auf einer der beiden Bühnen in dem kleinen Dorf spielte gerade eine Band mir unbekannten Namens und verlangte vergebens vom sitzenden Publikum aufzustehen und zu ihren Piratenliedern zu tanzen. Ich denke 14 Uhr sollte man als Uhrzeit im Auge behalten, falls man mal vor hat einen Sitzstreik zu organisieren. Die träge Menge ließ sich nicht irritieren und trank und aß weiter die feilgebotenen Waren. Apropos essen, das Frühstück ist auch schon wieder unverschämt lange her und der Langosstand sah verlockend aus. Also sollte es eins mit Salami und Paprika-Rahm für mich werden. *lecker*
Frisch gestärkt ging es zur Verkaufshalle in der Agra, wo man alles bekommt was das Herz eines WGT Besuchers begehrt oder wenigstens mal gesehen haben will. Von einem Fetischstand angefangen wo man sich über SM, BDSM und was es nicht alles gibt informieren und auch gleich ausprobieren kann hinüber zu Kosmetik/Kunsthaar/MeineHaareSindTotalKaputtAberWennIchSieUnterEinemBergPlasteschläucheVersteckeSiehtsJaKeiner Läden (mit Personen, die das gleich einarbeiten/schminken) und weiter zu Musik-, Buch- (Hauptsache schwarzes Cover und toller Name) und Bandshirtständen. Und irgendwo zwischendrin ein Kopfbedeckungsladen mit genau dem von mir gesuchten Hut. Rolling
Dann war natürlich die perfekte Gelegenheit sich mal vor die Agra zu setzen und das Schaulaufen zu beobachten. Alles was fotogeil ist läuft da auf und ab um sich von möglichst vielen knipsen zu lassen. Es gab viel zu sehen. Stiefel soweit das Auge reicht, Korsetts in allen Größen und Farben, inklusive variabler schwarzer Balken in der Optik zum Schutze des Augenlichts bei unangebrachten Kombinationen. Undercuts, Irokesenfrisuren (mit bestimmt 3 Dosen Haarspray), lange Haare, Flügel auf dem Rücken (Schmetterling, Engel, Fledermaus, Dämonen), typische EBMer oder in Militäruniformen, Gasmasken, Schweißerbrillen, Staubmasken, Mundschutz, Cyberpunks, Neonfraktion, altertümliche Bekleidung, Reifröcke und auch ein gelber Sack. Es war eigentlich alles dabei was die Szene hergibt. Aber die Plüschpuschelfraktion scheint langsam im Rückgang zu sein. Und während man so beobachtet und Socke Fotos macht werd ich schon wieder hungrig. Diesmal sollte es ein Döner werden - oder besser das, was man dort als solchen verkauft. Egal, macht erst mal satt. Dann wars auch spät genug für Feindflug. Schnell noch den Stammplatz in der Halle gesichert bevor es zu voll wird und dann kann es losgehen. Sechs Personen auf der Bühne, einer am Keyboard, einer am Bass und 4 spielen Trommeln/Schlagzeug. Die Stimmung war bombastisch. Obwohl sie nur 50 min für ihr Konzert im Zeitplan bekommen haben (ungerechtfertigt erschreckend wenig) haben sie dann sogar "Roter Schnee" gespielt. Ein Lied, welches über 9 Minuten geht und hauptsächlich aus einer sieben Sekunden langen monotonen Tonbandstimme besteht. Viel zu schnell war die Zeit um und es wurde noch viel Spaß bei der Nachfolgeband VNV Nation gewünscht. Diese war allerdings, nach Meinung des Autors, mal wieder enttäuschend. Im Vergleich zu Feindflug geradezu einschläfernd langsam, quasi elektronische Kuschelmusik. Eine Zugabe gab es hier auch nicht, danach wurde allerdings auch nicht übermäßig geschriehen. Man hätte die letzten beiden Bands tauschen sollen. Sad Hundemüde und dem Tiefschlaf nahe freute ich mich aufs Zelt, in welches ich nach kurzem Fußmarsch und einer Mahlzeit fallen könnte. Dummerweise war ich ja aber dieses Jahr nicht mit Zelt angereist, also ab zur Bahnhaltestelle und einmal in die Bahn quetschen.
Sonntag ging alles entspannter vonstatten. Länger schlafen und lecker Mittagessen war angesagt. Dann ging es wieder ins Heidnische Dorf wo ein Schaukampf stattfand und Sklavenhändler Beute suchten und anschließend meistbietend versteigerten. Zahlungsunwillige Mitbieter wurden gleich Inkasso in Zahlung genommen und ebenfalls weiter versteigert. Trotz versprechen ab 15 Taler die zu ersteigernde zu entkleiden konnten nur in Ausnahmefällen mehr als 10 Euro als Höchstgebot erzielt werden.
Ich entschloss mich dann in den Park zu fahren und mich vor der Parkbühne unter einen Baum zu legen um den Bands von draußen zuzuhören. Nachdem mir dann aber ein paar Regentropfen ins Gesicht vielen ging ich doch rein und hörte mir dann in einer überdachten Ecke Painbastard und Aesthetic Perfektion an. Quasi das Highlight des Festivals war dann aber erst wieder Abends in der Agra. Da traten nämlich ASP auf und nachdem ich noch was gegessen hatte drängte ich mich schon bei Umbra et Imago in die Halle um nicht erst den ganzen Ansturm abzuwarten. Der Auftritt war dann auch sehr gut. Viele neuere Lieder aber auch "Schwarzer Schmetterling" und andere Perlen wurden gespielt. Und weil eine zum bersten volle Halle mit Menschen die sich alle bewegen ja noch nicht warm genug ist, musste dem entgegen gewirkt werden. Mit 8-10m hohen Feuersäulen zu "Ich will brennen". Clap *schwitz* Nach einer großzügigen Zugabe war es aber irgendwie trotzdem doch zu schnell vorbei. Aber neben Feindflug wieder eine Band die ich gerne mal alleine auf einem Konzert besuchen würde.
Dann war auch schon Montag. Der letzte Tag des WGTs und prinzipiell den Mittelalterbands vorbehalten. Ich entschloss mich Vormittags nochmal ins Kino zu gehen und mir "Kevin - Integration eines Mythos" anzuschauen. Eine satirische Vampirdoku über die Integration von Vampiren in unsere Gesellschaft. Eine Produktion eines Leipziger Filmteams über einen Vampir in einer Patchwork Familie mit einem 11+300 Jahre alten kleinen "Bruder", der noch in die Grundschule gehen muss und Arbeitsamtmitarbeitern deren schlimmster Alptraum unsterbliche Langzeitarbeitslose sind.
Später ging es dann mit Socke in den Kohlrabizirkus zu fgfc820. Der Kohlrabizirkus ist eine ziemlich große Halle mit zwei Kuppeln. Bei "eff gee eff see eight two oh" waren auch noch nicht so viele Fans da. Die Musik war aber gut. Es ist eine Band aus New York und sie sehen irgendwie genau so aus wie ich mir den Klischee Amerikaner vorstelle. McDonaldsstammkunde und vom Auftreten und dem was sie von sich geben quasi sehr, na sagen wir "speziell". Ein paar deutsche Worte hatten sie schon gelernt, hauptsächlich Sachen wie "fick dich" natürlich. Ich dachte erst der Typ vor mir hat einen an der Klatsche als er abwechselnd "Ausländer" und "God bless Amerika" rief. Aber sie sangen dann tatsächlich noch ein Lied mit dem Text "Ich bin ein Ausländer". Naja, sie wünschten sich jedenfalls das man ihre CDs kauft damit sie sich den Rückflug leisten können. Ob es geklappt hat weiß ich nicht. Ich zweifle. Im Anschluss ging es noch mal ins Heidnische Dorf was essen und dann war ich so naiv zu glauben das es reicht wenn ich zeitnah zum Beginn von Agonoize wieder im Kohlrabizirkus bin. Zweiter taktischer Fehler, typischer Fall von denkste. Hab mich ziemlich stark drauf gefreut und unterschätzt das die Band wohl doch etwas bekannter ist als ich dachte. Auf dem Weg von der Haltestelle zum Einlass kamen schon die ersten entgegen die meinten sie würden keinen mehr reinlassen, weil zu voll. Aber wenn ich schon mal da bin und da auch hin will dann geht es natürlich weiter. Es kam dann auch recht schnell eine ziemlich lange Schlange in Sicht wo ich mich frohen Mutes anstellte. Der Himmel plante aber nichts Gutes und hat irgendwoher innerhalb von 10 Minuten eine schwarze Wolkenfront organisiert. Der Regen ließ nicht lange auf sich warten und schlug auch gleich stark zu. Mein Mantel hielt mich zum Glück soweit trocken, nur der Kopf war nass wie unterm Duschkopf. Vom Regen vertrieben und jeder Hoffnung beraubt wurde die Schlange kürzer und kürzer, als immer mehr abhauten. (Nur die Harten komm' in Garten. *grin* ) 10 Minuten nach Konzertbeginn war ich dann auch endlich in der Halle und hab mir erst mal den Kopf mit Papiertüchern soweit getrocknet das mir kein Haargel mehr in die Augen läuft. Die aufwändige Frisur war damit natürlich hin. Silly Das Konzert war aber einfach nur geil und viel zu kurz. Mr. Green Glaubenskrieger, Koprolalie, Femme Fatal und so weiter, es waren alle Lieder dabei die ich von dieser Band kenne.
Im Anschluss sollte KMFDM spielen, aber ich wollte zurück in die Agra und wenigstens eine Mittelalterband noch versuchen zu hören. Wer an ein zügiges verlassen der Halle denkt, der irrt. Von innen eine riesen Menschentraube die rauswill und ein Sanduhrdünner einreihiger Strom an Menschen die nach drinnen rein kommen. Draußen das gleiche umgedreht. Hunderte die rein wollen und einreihiges durchsickern nach draußen. Es gäbe zwar noch andere Ausgänge die man öffnen könnte, aber so ein Gedränge ist ja auch was feines. Nach so einem Konzert ist das wie ein Dampfbad. Ich war am ganzen Körper klitschnass als ich endlich draußen war und ich will gar nicht wissen ob das von mir war oder ich von den anderen bedampft wurde.
Die Leipziger Verkehrsbetriebe zeigten mal wieder das sie äußerst lernresistent sind und waren der Meinung der normale Nachtverkehr der Linie 16 wäre ausreichend und man muss die Bahnen nicht öfter als alle 25 Minuten fahren lassen. Es quetschten sich also, mal wieder, 500 Menschen oder mehr an die Haltestelle in Erwartung der einen Bahn. Ich entschloss mich noch eine Haltestelle in Gegenrichtung zu laufen um vor der Menge in die Bahn zu kommen. Zusammen mit 60-80 Personen wartete ich also eine Haltestelle eher. Und ich erwischte einen Sitzplatz den es zu halten und aufs äußerste zu verteidigen galt. Wink An der nächsten Haltestelle brach dann also das große schubsen und drängeln aus. Wie eine Flutwelle drängten die schwarzen Gestalten durch die Türen. Ja da kann der Fahrer noch so oft das Knöpfchen für die Ansage drücken das man bitte nachrücken soll. irgendwann ist die maximale Packungsdichte erreicht. Nach dem 9. Versuch gingen die Türen dann auch endlich zu und ca. 100-150 Menschen blieben an der Haltestelle zurück. So schaffte ich es dann doch noch bis zur Agra wo die Security die Einlasskontrollen schon abbaute und mich der Grobe nur noch vorbei gewunken hat. Ich hab dann noch etwa eine anderthalbe Stunde von Letzte Instanz mitbekommen und dann war auch der Auftritt der letzten Band auf dem WGT zuende und es ging wieder mit einer überfüllten Bahn zurück zum Schlafplatz. Wenn man sich einen Stehplatz direkt an der Tür ergattert, eine Haltestelle vorher den anderen ankündigt das man aussteigen will und der Fahrer die Türen nicht nur kurz auf macht und sofort wieder schließt schafft man es sogar an der gewollten Haltestelle die Bahn zu verlassen. Aber es hatten nicht alle soviel Glück.
Dienstag ging es dann mit der Bahn zurück nach Magdeburg. Schade wie schnell 4 Tage doch rum sein können. Es war mal wieder sehr schön und hat sich gelohnt. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei und dann wieder mit Zelt. Cool

Wenn es klappt fahr ich dieses Jahr noch mit anderen Gestalten von Webuni aufs Mera Luna. Wer sich anschließen möchte kann sich ja melden. Wink

Ein Dankeschön noch an Socke fürs zur Verfügung stellen der Fotos und an Feffi für die Geduld mit uns. Wink
Werde demnächst noch einen Link zu einer kleinen Fotogalerie posten. Infos zum WGT gibts auf www.wave-gotik-treffen.de


Diskussionsthread: Erlebnisbericht zum 18. Wave-Gotik-Treffen
1216 Klicks | 38 Kommentare | Bewertung: 10.00 (5) | geschrieben am 02.06.2009 23:42 von pSychO

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